Grundschule am Insulaner - Hanstedter Weg 11-15 12169 Berlin - 030 / 79 74 28 60
Unsere Grundschule am Insulaner
mit musikbetonten Zügen

Musikbetonung

Musikbetonung

Seit dem Schuljahr 1987/88 gehört die Grundschule am Insulaner zu den 15 Grundschulen Berlins mit musikbetonten Zügen. Wir wurden damals für zwei der drei Klassenzüge mit zusätzlichen Stunden versehen. Das heißt, gut zwei Drittel unserer Schüler erhalten zusätzliche musikalische Förderung. Unsere Schule erhält damit zurzeit zusätzlich 85 Unterrichtsstunden für diese besondere Förderung.

Vornehmliches Anliegen war in den 1970er- Jahren, auch Kindern aus sozial und finanziell benachteiligten Familien das Erlernen eines Instrumentes zu ermöglichen. Schon damals ging man davon aus, dass das Musizieren bei Kindern positive Ergebnisse erzielt. Seit dem die Resultate von Professor Dr. Hans Günther Bastian aus einer Langzeitstudie (1992 bis 1998) an Berliner Grundschulen mit musikbetonten Zügen vorliegen, haben wir Gewissheit, dass der Schwerpunkt unserer Schule richtig gewählt wurde , denn es konnte durch diese Studie und anderen Untersuchungen belegt werden:

  • Übung von Konzentration und Aufmerksamkeit (z.B. Konzentration in der Genauigkeit des musikalischen Spiels), Kompensation von Konzentrationsschwäche (d.h. insbesondere konzentrationsschwache Kinder profitieren vom gemeinsamen Musizieren)
  • Steigerung der Lern- und Leistungsmotivation und der Anstrengungsbereitschaft
  • Nachhaltige Verbesserung der sozialen Kompetenz und der sozialen Reflexionsfähigkeit - Rücksichtnahme wird gefördert, der Ausgrenzung wird entgegengewirkt (z.B. durch das Erlernen von Teamfähigkeit im Ensemblespiel)
  • Positive Beeinflussung der Intelligenzentwicklung - nach 4 Jahren zusätzlicher Musikerziehung lassen sich bedeutsame IQ-Zugewinne messen
  • Oft überdurchschnittlich gute schulische Leistungen trotz zeitlicher Mehrbelastung
  • Förderung künstlerischer Leistungen und Kreativität
  • Verbesserung der emotionalen Stabilität und der emotionalen Befindlichkeit, Reduzierung von Angsterleben (z.B. durch das Erlernen des Umgangs mit "Podiumsstress", Stärkung des Selbstvertrauens durch die Erfahrung eigener Erfolge beim Vorspiel und durch die Anerkennung durch andere)

Zwar sind die Resultate dieser und ähnlicher Studien nicht unumstritten, doch kann eindeutig festgehalten werden: Viele dieser "Transfereffekte" kommen nicht allein durch den Instrumentalunterricht zustande. Es geht nicht darum, dass ein einzelnes Kind Flöte spielen lernt, anstatt in den Sportverein zu gehen. Auch geht es nicht darum, einen Profi-Instrumentalisten von morgen heranzuziehen. Entscheidend ist vielmehr, dass Unterricht und Musizieren im Ensemble mit den Klassenkameraden und Freunden stattfindet und dass auch ein großer Teil der Klassenkameraden und Freunde musiziert und an dieser Musikerziehung teilnimmt - und somit ein "musi(kali)sches Schulklima"geschaffen wird.

Grundsätzlich erhält jedes an der Musikbetonung teilnehmendes Kind (die Teilnahme ist nicht verpflichten, wird aber begrüßt) zusätzlich zum 2-stündigen "normalen" Musikunterricht pro Woche 1 Stunde Instrumentalunterricht und 1-2 Stunden Musizieren im Ensemble /Arbeitsgemeinschaften. Die Teilnahme am Instrumentalunterricht schließt verbindlich die Mitwirkung an einer Musik-Arbeitsgemeinschaft ein.

Verteilung der Musikstunden

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Neben dem herkömmlichen Musikunterricht wird ein Schüler, der an der Musikbetonung teilnimmt, also mindestens 2 Stunden zusätzlichen Unterricht erhalten.
Für den Instrumentalunterricht stehen uns insgesamt 60 zusätzliche Stunden zur Verfügung. Das heißt, dieser erfolgt in der Regel in Kleingruppen mit durchschnittlich 5 Kindern.
Das Angebot an Arbeitsgemeischaften-Musik und Instrumente, die an unserer Schule erlernt werden können, ist sehr vielseitig und kann der nachfolgenden Übersicht entnommen werden (siehe auch Arbeitsgemeinschaften):

Klasse Arbeitsgemeinschaften Instrumentalunterricht
1 Musikalische Früherziehung
Singen-Spielen-Tanzen 1
noch keiner
2 Singen-Spielen-Tanzen 2
Chor
Einstieg in den Instrumentalunterricht,in der Regel Blockflöte
3 Singen-Spielen -Tanzen 3
Chor
in der Regel bleiben die Kinder bei ihrem Instrument, besonders begabten Schülern wird der frühere Beginn mit dem zweiten Instrument ermöglicht
4 Blockflöten-Ensemble (auf Empfehlung) 
Orff-Ensemble 
Chor 
Perkussion 
Musiktheater 
Orchester (auf Empfehlung bei Früheinsteigern)
Wechsel zum zweiten Instrument: 
Altblockflöte 
Querflöte 
Violine 
Violoncello 
Klarinette/Saxophon 
Gitarre 
in Ausnahmen Klavier
5./6. Blockflöten-Ensemble 
Orff-Ensemble 
Chor 
Musiktheater 
Orchester (verbindlich für alle Kinder, die an der Schule ein Orchesterinstrument erlernen) 
Band
Das gewählte zweite Instrument wird weiter unterrichtet.

Unser vorrangigstes Ziel ist es, möglichst vielen Kinder das Musizieren auf Orchesterinstrumenten zu ermöglichen und somit an die Orchesterarbeit heranzuführen.
Ein früherer Wechsel zum Orchesterinstrument, möglichst schon nach dem 2. Schuljahr, wird von uns angestrebt, doch fehlen uns zurzeit noch die personellen Möglichkeiten. Wir werden uns aber darum bemühen.

Um die Resultate der Orchesterarbeit stetig zu steigern und das gemeinsame Musizieren kontinuierlich zu motivieren, führen wir seit dem Herbst 2001 alljährlich eine Orchesterfahrt in die Musikakademie nach Rheinsberg durch. Es hat sich bewährt, dieses Vorhaben immer zu Beginn des neuen Schuljahres durchzuführen, damit den "Orchestereinsteigern" ihr Eintritt in die Orchesterarbeit erleichtert wird. Die Musikakademie ermöglicht außerdem Treffen mit zeitgenössischen Komponisten oder jungen Musikern, von denen sich dort immer einige zum Arbeiten aufhalten.

Um unsere Arbeit zusätzlich zu motivieren und unter Beweis zu stellen, werden folgende Veranstaltungen alljährlich durchgeführt:

  • musikalische Gestaltung unserer Einschulungsfeier
  • drei "Hausmusiken" zur Adventszeit
  • zwei Weihnachtsmusiken für alle Schüler in unserer Turnhalle
  • Teilnahme am "Weihnachtssingen Steglitzer Schulen" in der Matthäuskirche (Steglitz)
  • vier Musizierstunden, bei denen Solo- und Kleingruppenbeträge zu hören sind
  • Vorstellung der Instrumente für die Einsteiger auf dem zweiten Instrument in der Turnhalle
  • regelmäßige Teilnahme an der Veranstaltung "musikbetonte Grundschulen musizieren in der Philharmonie"
  • Teilnahme an den Instrumental-Werkstätten der musikbetonten Grundschulen und deren Aufführung in der Philharmonie
  • Teilnahme an "Grieg in der Schule" im Kammermusiksaal der Philharmonie
  • Teilnahme bei "Tanz in der Schule"
  • Aufführung eines Musiktheaterstücks
  • zwei große "Musische Abende" aller Musik- Arbeitsgemeinschaften, die in der Regel in der Hermann - Ehlers Schule durchgeführt werden, da wir leider nicht über einen entsprechenden Aufführungsraum an der Schule verfügen
  • Förderung besonders musisch begabter Schüler durch Zuweisung von Extrastunden oder eines "Musikcrashkurses"
  • Kooperation mit den Fachbereichen Musik anderer Schulen (z.B. der Beethoven-Schule)

Seit dem Herbst 2006 blicken wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern zurück. Eine Arbeitgruppe aus Eltern und Lehrern hat sich zusammengetan, um die aktuellsten Problem zu erörtern. So ist es schließlich der Zusammenarbeit der Fachleitung Musik und dem damaligen GEV-Vorsitzenden , Herrn Kiepert-Petersen, die zum Zusammenschluss aller Eltern der betreffenden Schulen aufgerufen haben, zu verdanken, dass die Musikbetonung allen 15 musikbetonten Grundschulen im Jahr 2008 (siehe Aktuelles) weiter zugesichert wurde.


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